Du hast über die Chefin anfragen lassen, womit du mir eine kleine
Freude machen könntest, ich wollte nicht schon wieder Dessous geschenkt
bekommen, also habe ich sie weiterleiten lassen, dass mir kürzlich Marc Jacobs
Daisy leer gegangen ist.
19:30 Uhr, wir haben uns vor dem Club getroffen, begrüßt und keine 2 min. später bin ich stolze Eigentümerin eines neuen Parfumflakons. Diesmal sogar 75ml – wunderbar, das dürfte ein wenig länger halten.
„Alles kann, nichts muss!“ flüsterst du in mein Ohr und wir müssen beide richtig heftig lachen. Das ist so ein bisschen zu unserem Runninggag geworden, seit wir vor über zwei Jahren das erste Mal zusammen hier waren. Es war damals sogar dein erstes Mal überhaupt – und du kleine (damals 46 jährige) Swing-Jungfrau warst dermaßen nervös, dass du vorher alle möglichen Mythen und Wahrheiten, Fakten und Nichtfakten über Clubs dieser Art aus dem Internet hervor beschworen hast. ‚Alles kann, nichts muss‘ ist das Motto, über das du damals scheinbar am häufigsten gestolpert bist und seit dem haben wir es verbal so dermaßen durch genudelt, dass es nun bei jedem Aussprechen lustiger wird. Wir zahlen den Paar Preis und gehen rein.
Ca. 20 Uhr: Ich zwick‘ dir ins Ohrläppchen und versuche so
zu tun als wäre ich beleidigt, dass du schon wieder die selbe Club-Kluft anhast
– du kaufst es mir nicht ab, nimmst mich in den Arm und wir machen eine kleine
Tour. Erst einmal abchecken, wo viel los ist. Erwartet leer heute, höchstwahrscheinlich
WM bedingt. Umso besser.
Ca. 20:10 Uhr – Unser grau-schwarzes Lieblingssofa ist
besetzt. Wir wählen ein anderes am Rand. Auf der Satinwiese in der Mitte
beschäftigt sich ein Farbiger Glatzkopf mit einer molligen Frau. ‚Auch ein
Escortpäärchen‘ ist mein erster Gedanke. Allerdings fängt sie nach einiger Zeit an, ihn
zu teilen. Dann wohl eher doch nicht. Du hast mich noch nie geteilt. Andere mit
denen ich Clubs besucht habe auch nicht.
Wir beobachten die (mittlerweile 4) in der Mitte, streicheln uns und unterhalten uns leise flüsternd über Schwanzgrößen. Wir wollen kein Gruppending, wir wollen nicht einmal groß exhibitionistisch auffallen. Gediegenes Petting und dem kleinen inneren Voyeur frönen.
Wir beobachten die (mittlerweile 4) in der Mitte, streicheln uns und unterhalten uns leise flüsternd über Schwanzgrößen. Wir wollen kein Gruppending, wir wollen nicht einmal groß exhibitionistisch auffallen. Gediegenes Petting und dem kleinen inneren Voyeur frönen.
Ca. 21:30 Uhr. Wir
sind zum zweiten Mal am Buffet gewesen. Es ist (wie kann es anders sein?!) deutschlandmäßig
dekoriert. Und dabei dachte ich, dass Menschen die an einem Abend wie dem
Heutigen hier aufschlagen, dem ganzen Fußballzirkus entfliehen wollen?! Hmpf.
Der grüne Spargel passt nicht in die schwarz rot gelben Antipasti – schmeckt aber
trotzdem. Wie jedes Mal muss ich dem ernsthaften Drang widerstehen, mein Handy
aus dem Spind hier rein zu schmuggeln um die überall vor dem Buffet hängenden,
lustigen „Hier bitte keinen Geschlechtsverkehr praktizieren. Vielen Dank!“-Schilder
zu fotografieren. Gibt es echt Leute, die man mittels Schilderflut daran
erinnern muss, dass im Essbereich nicht gevögelt werden sollte?! Verrückte
Welt.
Ca. 22:00 Uhr – Wir haben uns in einen der Sprudelpools zurück
gezogen und fechten einen kleinen Machtkampf mit einem der bereit gestellten
Kondome aus. Erst ich, dann du, dann wieder ich, dann gewonnen. Ich nehme mir
vor, dass ich ab jetzt eigene (die ich ja ohnehin in der Tasche dabei habe) mit
rein nehme. Die, die sie einem hier zur Verfügung stellen sind super billig.
Ist zwar kein Wunder, aber trotzdem nicht minder ärgerlich. Du lässt dich
treiben und wir spielen ‚französisch beim toten Mann‘.
Ca. 22:30 Uhr: Wir sind trocken und angezogen und leicht angetrunken
und auf dem Weg ins Hotel. Es ist nicht nötig, den Taxifahrer zu fragen, ob
Klinsmann oder Löw den Kürzeren gezogen hat. Die besoffen grölenden Trikotmenschen
in der Innenstadt sprechen eine deutliche Sprache.
Ich weiß, dass es nicht ok ist, über andere Clubpaare zu lachen. Du weißt das auch. Wir tun es trotzdem. Ein sonnenbank-über-bräuntes, komplett tätowiertes Duo, dass uns eben im Venuszimmer auf Teufel komm raus in ein Gespräch verwickeln wollte, lässt uns keine andere Wahl.
Ich weiß, dass es nicht ok ist, über andere Clubpaare zu lachen. Du weißt das auch. Wir tun es trotzdem. Ein sonnenbank-über-bräuntes, komplett tätowiertes Duo, dass uns eben im Venuszimmer auf Teufel komm raus in ein Gespräch verwickeln wollte, lässt uns keine andere Wahl.
Ca. 23 Uhr. Wir haben noch mehr Champus intus. Diesmal
echten. Der im Club war nicht echt, da sind wir uns sicher. Reverse-Cowgirl
magst du am liebsten und ich habe nichts dagegen. Du bist ein regelrechter
Hingucker. Willst das Eindringen jedes Mal genau beäugen. Hast schon mehrere Male gesagt, dass du es liebst, meine Pobacken dabei
auseinander zu ziehen und zu beobachten wie meine inneren Schamlippen deinen
Schwanz beim Hochgehen oben bedecken, wie ein kleines Hütchen. Ich masturbiere
auf dir und es steht am Ende 2:1 für dich.
Ca. 23:20 Uhr – wir haben noch ein bisschen geknutscht und
du knotest erst jetzt das Kondom zu. Ich öffne das Fenster und beobachte unten
kurz, wie zwei viel zu teuer aussehende Karren in die Hoteltiefgarage gefahren
werden. Auf dem Bett erzählst du mir von deiner Arbeit und vom aktuellen Freund
deiner Tochter, den du hasst. Ich frage dich, ob du nicht alle ihre Freunde
bisher gleichermaßen gehasst hast. Du insistierst, dass der Letzte eigentlich
ganz okay war. Glaub ich dir nicht. Dieser besitzergreifende Papa-Blick spricht
Bände.
Ca. 00:00 Uhr. Wir haben zusammen geduscht und die
kompletten Hyatt-Pröbchen verplempert. Du hast den Wunsch geäußert, dass ich
mich vor dem nächsten Treffen nicht extra rasiere, weil du das gerne machen
würdest. Überall, sogar an den Beinen. Pfff., mir völlig Latte…muss ich nicht
so viel Zeit in die Vorbereitung investieren.
Ca. 00:40 Uhr: Wir
haben den Zimmerservice nochmal aus den Puschen geklingelt. Ich bin froh, dass
dir ebenfalls auffällt, wie unfreundlich die junge Dame ist. Aber immerhin
deine Laune ist wieder gerettet, als ich dich die Zitronenglasur vom Kuchen
über meinen Po schmieren und ablecken lasse. Du bist für heute gänzlich durch
mit eigenen Reizen. Keine Chance mehr, was die Wiederbelebung deiner Härte
angeht. Wir müssen beide darüber lachen, dass selbst die ehrgeizigste
Zungenmassage deiner Hoden von meiner Seite aus, nicht fruchtet. Durch mit
eigenen Reizen bedeutet für dich allerdings noch lange nicht durch für den Rest
des Abends
Ca. 01:40 Uhr – Du hast dich erst an zwei meiner Vibratoren
vergriffen und dann mit den Fingern noch ein bisschen hinten herum doktern dürfen.
Jetzt hast du dich auf deiner Bettseite zusammen gerollt und schläfst. Ich habe
dir noch ein Weilchen lang über die Brust und durch die Haare gestreichelt –
mittlerweile liege ich auf meiner Seite und höre ein Hörbuch. Kind 44 von Tom
Rob Smith.
Exakt 02:21 Uhr. Ich bin das erste Mal aufgestanden, habe
eine Sms geschrieben und den iPod zur Seite gelegt. Du schläfst tief und fest.
Ich werde langsam auch extrem müde, deswegen werfe ich mir mit nem Schluck Cola
light ne‘ halbe Modafinil ein und schleiche ganz langsam auf den Balkon um eine
zu rauchen. Draußen ist es jetzt ziemlich still. Kaum Autos, noch viel weniger
Passanten. Unten zwei Portiers, die auch schmökern.
Ca. 04:00 Uhr – Mir gefällt das Hörbuch extrem gut. Ich mag Krimis die nen leicht historischen Touch haben und hier werden die fürchterlichen Zustände in der UDSSR zu Stalinzeiten verdammt bildhaft rüber gebracht. Ich sollte mir das Buch kaufen - lohnt. Du
schläfst immer noch ganz, ganz tief. Ich habe noch keine Sekunde geschlafen
(bin dank der Moda allerdings auch kein bisschen müde) und werde auch keine
Sekunde lang die Augen zu machen. Ich schlafe nie während ON Dates. Keine
Ahnung ob es daran liegt, dass ich einfach zu viele Tatorte geguckt habe – oder
an den vier Strafrecht Vorlesungen, die ich im Grundstudium gehört habe.
Jedenfalls traue ich mich nicht, zu schlafen. Es liegt nicht an dir – du bist
super, dich kenne ich schon lange und das ist auch der einzige Grund, weshalb
ich ONs bei dir überhaupt zusage. Trotzdem will ich nicht schlafen.
Ca. 05:30 Uhr: Ich war inzwischen noch zwei Mal auf dem
Balkon. Einmal mit iPod, einmal ohne. Zweimal mit Malboro. Es ist inzwischen
wieder heller geworden. Meine Coke ist schon seit geraumer Zeit leer und ich
habe ziemlich Durst. Hier im Zimmer haben wir nur Champus – den möchte ich so
früh morgens nicht. Und das Zeug aus der Minibar rühre ich nicht an, solange du
nicht das okay gibst. Ist schließlich deine Rechnung. Ich trinke Wasser aus der
Leitung und höre weiter.
Exakt 06:30 Uhr – Dein Wecker hat geklingelt. Als du nach
dem zweiten Mal Schlummertaste langsam einigermaßen wach wirst, liege ich im
Handtuch neben dir. Ich habe nochmal kurz geduscht, mir die Zähne geputzt und
mich geschminkt. Du erzählst, dass du super geschlafen hast und ich lüge, dass
es mir ebenso ging. Ich packe meinen ganzen mitgebrachten, rausgeholten,
benutzten oder auch nicht benutzen und mittlerweile mit Sagrotanspray gesäuberten Toykram zurück in meine Tasche, während du
dir die Zähne putzt und dir zumindest schon mal Shorts und Hose anziehst. Du
musst um 09:00 Uhr im Büro sein – genug Zeit also, um im Bett zu frühstücken.
Exakt 08:03 Uhr – Ich sitze im Taxi auf dem Weg in die Uni.
Meinen Durst habe ich mit einer Flasche Club Mate vom Kiosk bezwungen. Müde?
Nein. Wohlhabend? Ja. Hungrig? Ein wenig.



darüber darf ich keine Auskunft geben (also bin ich Geheimagent).
AntwortenLöschenim ernst: privat sage ich dir das gerne. hier hat das nix zu suchen. Tastatur respektive Laptop habe ich eigentlich nur sa/so. manchmal auch freitags. zu erkennen an der ordentlichen groß/Kleinschreibung. auf dem Handy gebe ich da nichts drauf. warum fr abend nicht unterwegs?
AntwortenLöschenzum Rest: schmuseabend wäre klasse. bin aber nicht in Frankfurt unter der Woche. morgen erst. ziehe mir hier in der Bude zwei Bier. bin fertig. wie sehen deine kuschelsocken aus??
AntwortenLöschenich habe nie behauptet dass mein Verhalten ihr gegenüber fair sei. ich bedaure das zutiefst. sie ist eine tolle Frau. menschlich. ich bekomme oft zu hören wie hübsch Sie ist. und doch... niemand versteht das weniger als ich. ich habe Erklärungsansätze aber das sprengt den Rahmen. Leben kann ein arschloch sein.
AntwortenLöschenHandyTastatur scusi. wo drückt der Schuh bei dir überhaupt? narzissmus? borderlinerin? beziehungsunfähig? ich verstehe die Dinge nun mal gerne.
AntwortenLöschenich weiß halt nur nicht inwieweit theoretisieren da weiterhilft. das ist nicht Dieses greift Paragraph 1 nicht Wende ich 2 an. die Floskel derer ich noch gern bemächtige mag abgedroschen sein. aber sie ist wahr: die Dinge sind Wie sie sind. hinterfragen muss nicht immer gut sein. ich hinterfrage wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist. und der ist gekommen wenn ich die Frau gefunden habe die ich suche.
AntwortenLöschenSehr interessanter Eintrag. Es ist durchaus faszinierend, wie du den Abend beschreibst und auf welche Details du wert legst ♥. Hast du schon mal darüber geschrieben, was dich zu deinen Nebenjob gebracht hat? Würde mich wahnsinnig interessieren.
AntwortenLöschenWer hätte gedacht, dass sich Serienkiller solche Gemeinsamkeiten haben.
eure liaison is ja fast spannender als der content... dennoch die würdigung lionel richie's taugt mir sehr!
AntwortenLöschenaber wie ich diesen ICH au ma geil finde, hab den au als knettball zuhause stehn, gehört zwar ne mir, aber der kuckt ja jeden doof an, was gut is :p
war ja 'ne lange nacht, würd ich mri in meinem alter ne mea zutrauen.. aber gut, dass du die bestätigung für diese entscheidung, sich von diesem leben grds. zu distanzieren - mit dem plakat am buffet, hier bitte ne ... - gleich mitlieferst...