Montag, 30. Juni 2014

Klappe, die Vierundvierzigste: Zweistimmige Stille

Omi hat am Telefon eben nahezu senil geklungen. Das macht mich unheimlich traurig, weil ich sie anders in Erinnerung habe und behalten möchte. Ich will nicht, dass ihr Kopf monatlich wirrere Gedankenzüge zu Tage fördert und ich den regelmäßigen Telefonaten irgendwann überhaupt nicht mehr folgen kann. Ich will, dass es wieder so ist wie früher, als ich ihren Geschichten aufmerksam zugehört und ihre Ratschläge sorgsam missachtet habe. Und so bleibt.

Jetzt ist Stille. Eine zweistimmige Stille. Mein Kühlschrank gibt keinen Laut von sich, auf der Straße sind keine Menschen mehr zu hören, mein Bett schweigt. Meine Bücher genauso. Die erste Stille ist dumpf und leblos und sie  gehört meiner Wohnung. Mir gehören sowohl meine Wohnung als auch die zweite Stille. Die zweite, traurige Stille, die von Gedanken an Omi früher und Omi heute und vielleicht sogar Omi morgen geschwängert wurde. Das sich meine zweite Stille mit der ersten vermischt und ein trauriges, tonloses Duett hervor bringt, macht sie nicht weniger hörbar. Nicht für mich. Ich sitze hier und würde mir am liebsten die Ohren zu halten, weil mir beide Stillen zu laut sind.



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Ich bin mittlerweile dazu über gegangen, im Voraus ein wenig zu filtern. Bitte, bitte keine Handynummern und Kontaktadressen in eindeutiger Absicht! Die wurden früher regelmäßig gelöscht und werden nun eben in der Voarab-Durchsicht heraus gesiebt.
Ansonsten sind liebe Worte und gepfefferter Shitstorm gleichermaßen willkommen.