Montag, 14. Juli 2014

Paper to Web. Baby (9.0)



Eintrag vom 13.12.13 – Du und ich Vol. 14

Ich liege auf der Couch und telefoniere, als du von der Arbeit kommst. Deine Laune: Mittelmäßig. Meine Laune: Gut. Beim Essen diskutieren wir darüber, wie salzig eine Lasagne zu sein hat. Deine Laune: Mittelschlecht. Meine Laune: Mittelmäßig. Wir schlafen im Wohnzimmer miteinander. Auf dem Sofa. Du kümmerst dich heute nicht um mich, weil dich deine eigenen Probleme, zum erlösenden Höhepunkt zu kommen, viel zu sehr frustrieren. Es dauert lange und ist unangenehm, weil es sich eher so anfühlt, als würdest du dich in und über mir abreagieren. Deine Laune: Schlecht. Meine Laune: Schlecht. Ich dusche und bekomme mit, dass du vor der Badezimmertür stehst und mit mir sprichst – verstehe allerdings nicht was du sagst und frage auch nicht nach. Deine Laune: Sehr schlecht. Meine Laune: Sehr schlecht. Es stört dich, dass ich im Bett noch etwas lesen will. Es stört mich, dass du dich gestört fühlst. Unsere Launen: Miserabel.



Eintrag vom 21.12.13 – Du und Ich Vol. 17

Ich sitze zum Schreiben in der Küche, weil ich dich nicht wecken will. Der Abend war nerv tötend. Weihnachten ist ein ewig ätzendes hin und her Thema. Du willst meine Eltern kennenlernen. Du willst mich deinen Eltern vorstellen. Du willst, dass ich meinen Nebenjob unter keinen Umständen erwähne. Du willst dass wir mit deinem Bruder einen Weihnachtsbaum kaufen gehen. Du willst nach Weihnachten ein paar Tage mit mir nach Wien. Du willst wissen, was ich mir von dir zu Weihnachten wünsche. Du willst, willst, willst – dieses und jenes. Ich will eigentlich gar nichts.
Ich bin kein Mensch für trautes Familienzusammensein. Mir graut es vor den Festtagen, wie kann ich dir das begreiflich machen?!
 



Eintrag vom 25.12.13 – Immerhin nicht unwohl

K. hat gestern Abend meine gesamt Sippschaft kennengelernt. Ich bin froh, dass die neue kleine Freundin von meinem Bruder auch da war – so hatten wir wenigstens nicht den kompletten Abend lang die ungeteilte Aufmerksamkeit. Es war…ja, wie war es? Keine Ahnung.  Mein Papa und mein Onkel haben ihm eine Menge Fragen bzgl. seiner Arbeit gestellt. Meine Omi hat ihm stets und ständig neues Essen aufgeladen. Meine Tante schien verhältnismäßig eingeschüchtert. Und meine Schwester findet ihn ganz nett, aber 'voll alt'.
Alles in allem lief es reibungslos, denke ich. Er schien auch nicht, als habe er sich unwohl gefühlt. (Davor hatte ich eigentlich am meisten Angst, weil ich mich in Gegenwart meiner kollektiv versammelten Familie eigentlich IMMER unwohl fühle.)
Hinterher haben wir mein früheres Bett in meinem alten Kinderzimmer unsicher gemacht und fanden es beide unheimlich erregend es zwischen Stofftieren und unter Orlando Bloom-Postern zu treiben.
Heute Abend werden wir bei seinen Eltern essen und dann in seiner Wohnung schlafen, damit wir morgen früh in Richtung Flughafen aufbrechen können. Ich habe mich doch zur Blitzbuchung breitschlagen lassen. Wenn ich ehrlich bin, war es bisher tatsächlich eins der besten Weihnachtsfeste seit Langem.

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Ich bin mittlerweile dazu über gegangen, im Voraus ein wenig zu filtern. Bitte, bitte keine Handynummern und Kontaktadressen in eindeutiger Absicht! Die wurden früher regelmäßig gelöscht und werden nun eben in der Voarab-Durchsicht heraus gesiebt.
Ansonsten sind liebe Worte und gepfefferter Shitstorm gleichermaßen willkommen.